Im Januar hatte ich immer noch Schulferien, zeitweise auch meine Gastgeschwister und meine Gastmutter.
In der 2. Januarwoche kam Andy nach Bogotá. Andy ist ein Chilene, der letztes Jahr mit meiner Gastschwester Daniela zusammen im Austausch in Deutschland gewesen ist. Zusammen mit Andy wollten wir ein paar Tage Wärme an der Karibikküste von Kolumbien tanken und flogen daher Mitte Januar nach Santa Marta in die Ferien.
Wir flogen von Bogotá aus nach Santa Marta (1,5 Stunden Flugdauer), bezogen unser Apartment in einem "Hochhaus" und gingen noch an den Strand und erkundeten die Umgebung.
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| Blick beim Abflug auf Bogotá hinunter |
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| Meer in Sicht |
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| Strand bei Nacht |
Die folgenden Tage verbrachten wir mehrheitlich am Strand und manchmal auch am Pool. Es war toll, bei sommerlichen Temperaturen Sonne und Wärme zu tanken! Da Bogotá auf 2640 M.ü.M. liegt, wird es hier leider nie richtig warm (aber auch nicht richtig kalt).
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| Strandverkäufer mit Kokosmilch direkt aus der Nuss |
Den letzten Tag verbrachten wir ebenfalls noch am Pool und am Abend flogen wir dann nach Bogotá zurück. Die Zeit in Santa Marta verging viel zu schnell!
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| "Hochhaus" mit unserem Apartment |
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| Zurück nach Bogotá... |
Nach der Reise nach Santa Marta hatte ich immer noch keine Schule.
In der darauffolgenden Woche kam auch noch ein Kollege von Daniela aus Venezuela, den sie ebenfalls im Austauschjahr in Deutschland kennengelernt hatte, nach
Bogotá. Der Chilene und Venezolaner unternahmen viel mit Daniela, gingen dann aber nach 1 Woche wieder nach Hause.
Ich
genoss die verbleibenden Ferientage sehr. Ausschlafen, Dinge mit anderen
Austauschschülern unternehmen, Einkaufszentren kennenlernen, Bogotá
erkunden...
Mit einigen deutschen Austauschschülern fuhr ich durch die halbe Stadt (8 Millionen Einwohner),
nur um Döner zu essen. Dazu gibt es zu sagen, dass es in Kolumbien fast
keine Dönerbuden gibt, nur einige in Bogotá (jedoch mögen die
kolumbianischen Austauschschüler, welche in Europa im Austausch waren,
Döner sehr gerne). Doch wir wurden herbe enttäuscht, da der Döner
einfach nicht wie in Deutschland/der Schweiz schmeckte. :(
Im Januar wurde ich zusammen mit Ana Vitoria und Franziska von einer
Rotarierin meines Gastclubs zu einem Ausflug auf den Montserrate
eingeladen. Franziska bekam aber keine Erlaubnis, also gingen Ana
Vitoria und ich ohne Franziska auf den Montserrate. Doch bevor wir
überhaupt mit der Standseilbahn hochfahren konnten, mussten wir Schlange
stehen, was an Wochenenden so üblich ist. Schließlich schafften wir es
doch noch auf die Standseilbahn, von welcher man einen tollen Blick auf
dir Stadt hinunter hat.
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| Es geht los... |
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| Ausblick von weiter oben |
Doch dies ist gar nichts im Vergleich zur
Aussicht von ganz oben! Der Ausblick ist spektakulär!
Häuser so weit das Auge reicht... Wobei der südliche Teil der Stadt deutlich ärmer ist als der Norden der Stadt.
Wir waren an einem Sonntag auf dem Montserrate, weswegen es sehr viele
Leute hatte, die meisten davon waren jedoch Kirchgänger. Jedoch hörte
man auch sehr viele ausländische Sprachen: Deutsch, Englisch,
Französisch...
Für die Rückkehr in die Stadt hinunter verwendeten wir nicht mehr die
Standseilbahn, sondern die Seilbahn. Ziemlich witzig, wie die
Kolumbianer bei jedem Masten und dem anschliessenden Schaukeln der
Kabine aufschreien, als wären sie Asiaten in der Titlisbahn.
Es ein sehr toller Sonntagsausflug, bei dem ich einen neuen "Teil" von Bogotá kennengelernt habe.
Ende Januar waren auch bei mir die Ferien mal zu Ende... Die Schule
begann erneut. Und ich war jetzt “endlich" in der 10. Klasse angekommen!
Aus meiner Klasse sind alle wieder aus den Ferien zurückgekehrt
(niemand hat auf eine andere Schule gewechselt), jedoch kamen einige
erst 2 Wochen später, da sie noch auf Reisen waren (das geht hier in
Kolumbien ohne Probleme!). Zur Schulklasse aus dem 2016 kamen aber noch
neue Schüler hinzu, jedoch nicht alle gleich zum Schuljahresbeginn: Alle
paar Tage kam der Schulkoordinator wieder mit einem neuen Schüler/einer
neuen Schülerin und stellte ein neues Pult ins Klassenzimmer, welches
jetzt ziemlich voll ist (6 neue Schüler).
In der Schule geht es weiter wie letztes Jahr. Aber wir haben jetzt neu
Philosophie, Finanzmathematik, Trigonometrie, Cátedra de la Paz, sowie
Chemie. Dafür verschwanden Biologie, Mathematik, Sociales und Musik vom
Stundenplan. Zu Cátedra de la Paz: Dies ist ein gesetzlich
vorgeschriebenes Schulfach, in welchem über das aktuelle Weltgeschehen, den Friedensprozess in Kolumbien, sowie Friedensprozesse
weltweit diskutiert wird. Mir gefällt dieses Schulfach sehr.
Der Monat Februar war schon fast wieder routinemäßig: Schule den ganzen Monat lang.
Die bedeutete Aufstehen um 5:30 Uhr, Schulbus um 6:15 und dann von 8:00
bis 16:00 Schule, bevor es dann wieder mit dem Schulbus nach Hause ging.
In der Schule machten wir einen Ausflug auf eine Finka ausserhalb der
Stadt. Ziel des Ausflugs war es, den Klassenzusammenhalt zu stärken. Die
Fahrt zur Finka dauerte fast 3 Stunden, aber auf der Finka waren wir
nur 4 Stunden. Während dieser Zeit machten wir Gruppenaktivitäten, bei
dem es vor allem ums genaue Zuhören ging. So sollten wir z.B. in 2
Gruppen gegeneinander möglichst schnell einen Parkour absolvieren. Doch
davor gab uns der Übungsleiter noch 15 Minuten lang Instruktionen, wie
wir den Parkour auch zu bewältigen hatten. Ein Grossteil der
Informationen war unwichtig, dennoch gab es während des 15 minütigen
Instruktion ziemlich viele nützliche Informationen, welche es
herauszufiltern galt. Natürlich schaffte dies kein Team, weswegen wir
den Parkour etliche Male wiederholen mussten, da uns der Übungsleiter am
Ende erklärte, dass wir bereits beim 1. Element Fehler gemacht hätten.
Der Parkour an sich bestand aus vielen Balanceübungen: Holzteller an
Seilen, gespannte Seile zwischen Bäumen, Reifen zum Hindurchsteigen,
viel zu niedrigen Tunnels zum Hindurchkriechen (Kopfschmerzen und
dreckige Hosen vorprogrammiert) und Slaloms, welche in einer bestimmten Reihenfolge und auch noch vorschriftsgemäss absolviert werden mussten.
Wir verbrachten so ziemlich den ganzen Tag damit, immer wieder das selbe
zu wiederholen, aber dabei die Fehler der vorherigen Male vermeidend.
Nach den Aktivitäten und einem kleinen Mittagessen fuhren wir zurück zur
Schule, kamen dabei aber in den Abendverkehr, wodurch die Rückkehr
länger dauerte als die Hinfahrt. In der Schule wurden wir dann von den
Schulbussen abgeholt, danach dauerte es nochmals über 1 Stunde bis nach
Hause.
Im nächsten Blogeintrag werde ich von meinen Erlebnissen im Monat März berichten, welcher auch die 2. Rotaryreise beinhaltet.